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19.08.-10.09.2010 Südfrankreich

Am Donnerstag ging es nach Feierabend los. 2-3 Stunden wollten wir fahren und dann einen Platz für die Nacht suchen.
Beim Thermalbad in Bad Krozingen wurden wir fündig und stellten uns auf den dazu gehörigen Womo-Stellplatz.

Es sollte am nächsten Morgen um 5Uhr weiter gehen, daher ging es auch bald ins Heia-Bettchen. Wir (besonders der Papa !!!) finden
es toll in der Morgendämmerung in den Tag zu fahren.

Am Nachmittag kamen wir in eine Seitenschlucht der Archeche in ein ca. 300 Seelendorf
Namens Albon. Laut Navi müsste da ein Camping Municipale sein. Ohne den Navi-Hinweis wären wir
durch das Dorf gefahren und niemals gedacht das dort ein Campingplatz (10EUR) sein sollte.

Camping Municipale sind Gemeinde-Campingplätze die keine kommerziellen Ziele haben und teilweise sehr spartanisch ausgestattet sind.

Die touristische Infrastruktur wäre in diesem Nest bestimmt noch ausbaufähig.
Es war einfach tote Hose hier, genau das Richtige um sich an das Nichts tun zu gewöhnen.

Selbst das Handy hatte keinen Bock mehr ein Netz zu finden
(das geht gar nicht, nach der Meinung der Jungs).

In dem Bergdorf Albon hatte eine kleine Bar, das Rathaus, ein Boule-Platz, ein Tante-Emma-Laden
und eben den Campingplatz mit einer minimalen Ausstattung und 16 Stellplätze.
2 Nächte wollten wir dort bleiben um zu chillen.   

 

Zufahrt zum Campingplatz

 

 

   
Albon   "Zentrum" von Albon

 

Nach 3 Tagen in denen wir außer Lesen, Boulespiel gucken und "gechillt" haben, wollten wir an die Ardèche zum Kanufahren. Wir fuhren in die Ortschaft Vallon-Pont-d'Arc an der Ardèche auf den dortigen Camping Municipale (25EUR). Auf dem Platz hat es uns recht gut gefallen, deshalb blieben wir dort für 3 Übernachtungen. Wir badeten in der Ardèche. Patrick und Christian fanden eine neue
Freizeitbeschäftigung und sprangen von den Felsvorsprüngen in den warmen Fluss.

 

Cliff jumping

 

 

   
Mit den Fahrrädern waren wir in 5 min. in der typischen französischen Ortschaft und ließen es uns in den Straßencafes gut gehen.  

Luftgetrocknete Salami, Käse, Rotwein
das reicht auch Schwaben!

 

Direkt neben dem CP war ein Kanuvermietung. Billig war der Spaß nicht. Für die Kanufahrt mussten wir für 4 Personen über 50EUR abstecken. Aber wir hatten alle sehr viel Spaß. Teilweise hatte es Stromschnellen mit Felsen wo mancher Nichtindianer aus
dem Kanu flog. Wir hatten aber natürlich unsere Kanus im Griff!

Zwischendurch legten wir für eine Badepause am Ufer an.
Nach 8km kamen wir fast trocken an der Anlegestelle an und wurden dort von der Vermietfirma mit einem Bus wieder abgeholt.

 

   

In der Ferienzeit geht hier natürlich der
Punk ab. Teilweise war regelrecht Kanustau.
Es fehlte nur noch, wie in Frankreich besonders geliebt,
ein Kreisverkehr oder Ampel auf dem Fluss!

  Pont d’Arc eine natürliche Steinbrücke,
60m breit und 45m hoch, ein Wahrzeichen der Ardèche.

 

 

   

 

Papa schnappte sich unsere Daxi und ging auf
Tour und schaute sich die tolle Gegend an.
 

 

 

Auf einer Trüffelfarm bei Grignan wollten wir für eine Nacht zwischen übernachten.

 

   

Die alten Eichenwälder, hier wächst der Trüffel.

 

Der kostenlose Stellplatz auf der Farm (keine V+E).
Ohne Navi hätten wir den abgelegenen und sehr ruhigen Platz
niemals gefunden.

 

"Domaine de Bramarel" soll eine der besten Trüffelfarmen in Frankreich sein. Mancher Starkoch soll dort aus- und eingehen.
Der beste Trüffel ist der schwarze Wintertrüffel, der in der kalten Jahreszeit mit Hilfe von Hunden geerntet wird.

Der weiße (Sommer) und braune (Herbst) ist günstiger, aber auch das Aroma ist lange nicht so entwickelt.

Billig sind die Edelpilze nicht. 1000gr. kosten um die 900EUR. Wir wollten bei der Heimreise hier nochmals vorbeifahren und dann einkaufen.
Da wir ja noch ein Weilchen unterwegs waren und der Trüffel nicht ewig haltbar ist kauften wir nur für ein Essen ein.

Bei der Heimreise sind wir auch hier nochmals vorbeigefahren und  kauften 6 Stück Tischtennisballgroße und ein paar Fläschla Trüffelöl
und waren ca. 80EUR los.  Wird der Trüffel vakuumiert kann er ca. 10Tage im Kühlschrank aufgehoben werden.

Man nehme ein frisches Baguettebrot, beträufelt dieses mit
dem Trüffel-Olivenöl und streut ein gutes Meersalz darüber.
Spagetti mit Butter den Trüffel darüber hobeln, der Hammer!

 

Unser letzter Zwischenstop bevor es an Meer gehen sollte war die Gemeinde La Roque-sur-Cèze mit ca. 200 Einwohner.
Das kleine mittelalterliche Dorf wurde auf einem Felsvorsprung aus Kalk erbaut und thront über dem Fluss Cèze am unteren Ende
der Schlucht Gorges-de-Cèze. In nächster Nähe befinden sich die Kaskaden von Sautadet.

Die Zufahrt ins Dorf ist eigentlich für Fahrzeuge über 2,8t gesperrt. Entsprechend eng war auch das Sträßchen.
Aber solange kein anderes Fahrzeug (oder die Polizei) entgegen kam passte das Womo so gerade auf die schmale Straße.

 

   

La Roque-sur-Cèze

 

die Kaskaden von Sautadet

 

 

Überall standen Badeverbotsschilder, es sei durch die Unterströmungen und Soge sehr gefährlich im
Wasser zu baden. Jedes Jahr würden Personen ertrinken. Teilweise konnte man die Strudel oben
von den Felsen sehen.

Uns hat es nur gewundert, dass überall Leute im Wasser waren und sich unter den Wasserfällen
und in den Strömungskanalartigen Bächen erfrischten.

Wir gingen dann natürlich auch rein. So ein tolles Wasser hatten wir schon lange nicht.

Patrick, Christian und Papa sprangen von den Felsen in den Fluss. Zuerst 2, dann 3 dann bis
zu 5m hohe Felsen machte den Jungs nichts aus.
Papa gab freiwillig bei 3m auf, (jaja, o.k .... es waren nur 2,5m).

Manche Leute, (wir nehmen an die waren angetrunken) stiegen bis zu 10m hohen Felsen hoch
und sprangen rein. Das Wasser dort sah mit den Strudel und herausragende Steine mal so
richtig gefährlich aus.

Manche müssen unbedingt ihr Glück herausfordern, die Idioten.

 

Es war nicht mehr weit zum Mittelmeer, daher wollten wir jetzt voll auf einem Rutsch an die Küste.

St. Marie de la Mer sollte unser Ziel am Salzwasser werden. Eine Kleinstadt in der Region
Camarque die touristisch ausgebaut ist, mit allen Vor- und Nachteilen.

Unser Stellplatz, durch eine Düne und Bewässerungsgraben vom Meer getrennt

 

Es hat insgesamt 3 Womostellplätze, einer davon ist direkt hinter der Meeresdüne. Der Stellplatz "Plage Est" sieht am Anfang aus wie ein großer einfacher Parkplatz. Fährt man über den Parkplatz kommt man auf eine Sandstraße die direkt hinter die Dünen führt.
Hier steht man schön in der Natur. Vom linken Womofenster sah man Seen mit Flamingos, vom rechten Fenster das Meer, was will man mehr!
Hier bleiben wir eine Woche und faulenzten. Wir gingen abends ins Städtchen, angelten Doraden und fuhren mit den Rädern und dem
Moped durch die Gegend. Besuchten einen Stierkampf in der Arena.

2010 war der Sommer ziemlich durchwachsen.
Der Juli, heiß wie Harry, der August total verregnet

Auch in Südfrankreich, war der Sommer nicht wie sonst.
Untertage zwar angenehm warm (28-30 Grad), leider konnte
man  nicht jeden Abend draußen sitzen.
Teilweise kühlte es empfindlich ab.

 

 

 

 

   

Mitternachtsimbiss

 

Vor der Stierkampferena

 

 

 

Am Wochenende war in St. Marie de la Mer der Teufel los,
Überall Leute, alle Restaurants extrem voll.
Es machte nicht gerade Laune hier zu bummeln.

In vielen Straßencafes spielten Musiker (teilweise sehr Gute).

Flamencotanz, die Einflüsse des spanischen Nachbarn konnten man
überall erkennen.

 

Langsam wollten (mussten) wir wieder uns Richtung Heimat bewegen. Das Wetter wurde deutlich schlechter,
überall ging es an zu regnen, aber nie da wo wir waren.

Die wohl bekannteste römische Aquäduktbrücke "Pont du Gard" bei Remoulins im Département Gard
sollte unseres nächstes Ziel sein. Als wir dort ankamen war die Enttäuschung bei uns allen groß. Durch den starken Regenfall
war das Aquädukt gesperrt. Rutsch- und Abstürzgefahr!

Was jetzt? Auf Stadtbesichtigung hatten wir keine große Lust. Avignon oder Orange wäre bestimmt einen Besuch wert gewesen.
Aber bei einem kurzen Zwischenstop sprachen wir mit einem anderem Womofahrer, er kam gerade von diesen Städten. Er war froh aus dem Verkehrscaos der Städte wieder entflohen zu sein. Nein, das wollten wir uns nicht antun.

Ferdinand Cheval war ein französischer Postbote und Erbauer des sogenannten Palais idéal.
In der Gemeinde Hauterives (Département Drôme) verwirklichte er sich seinen großen Traum. Er baute in jahrzehntelanger Arbeit sein höchst eigenwilliges, unter anderem an orientalische Tempelarchitekturen erinnerndes Gebilde, das ihm als Grabmal einmal dienen sollte.

Da er für seine Beerdigung hierfür keine Genehmigung erhielt, errichtete er später im gleichen Stil ein kleineres Grabmal auf dem
Friedhof von Hauterives. (Natürlich als er noch lebte).

   
     

 

 

Das Ding war doch recht beeindruckend.

 

Einzelheiten wurden durch einen Media-Guide erklärt.
Das war eine sehr gute Alternative zur Pont du Gard.

 

Auf den Besucherparkplätzen konnte man auch
übernachten (keine V+E).

 

 

 

 

Tja, jetzt sollte es leider wieder nach Hause gehen.
Im Südschwarzwald haben wir nochmals an einer Besenwirtschaft für eine Zwischenübernachtung angehalten,
und ließen mit einem tollen Essen den Urlaub ausklingen.

Frankreich hat uns wieder sehr gut gefallen. Es macht Spaß mit dem Womo das Land zu bereisen.
Die Franzosen bedanken sich freundlich wenn man in eine seitliche Straßenbucht fährt damit sie vorbeifahren können.
(Anders als die Deutschen, die zeigen einem eher noch den Stinkifinger)....
 

Selbst in kleinen Dörfern und Autobahnen stehen Versorgungs- und Entsorgungsstationen (V+E) für Wohnmobile bereit,
auch wenn es keine touristische Gegend ist. Warum ist das nicht auch in anderen Ländern?