17.08.-07.09.2007 Südfrankreich/Provence
Dieses Jahr sollte es in die Bretagne und Normandie gehen. Das Wetter dort haben wir seit Wochen beobachtet, immer bewölkt und regnerisch. Deshalb einigte sich der Familienrat 2 Tage vor Abreise, das wir nach Südfrankreich an die Cote d´Azur gehen.
Das Wetter war dieses Jahr eh komisch. Im März schönstes Sommerwetter, der August war herbstlich. Am besten ist es einfach dorthin zu fahren, wo das Wetter passt.
Dank Womo ist das ja kein Problem.

Im Schwarzwald sollte die erste Zwischenübernachtung sein.
Ganz in der Nähe vom Feldberg, wo wir auch schon Skifahren waren.
Einen kurzen Stop machten wir noch beim Fallerhof, wo die
SWR-Serie "Die Fallers" gedreht wird.
Es war trotz Websuche gar nicht einfach den Drehort ausfindig zu machen.
Vermutlich ist dies vom SWR gewollt, damit die echten Bewohner des Hofes nicht von solchen Leuten wie wir gestört werden. Den Ort haben wir daher auch hier nicht genannt. Möchte jemand wissen, wo dieser ist, bitte eine Email an Papa senden. Es war toll den Hof, den wir nur aus dem TV kannten in echt zusehen. Natürlich haben wir darauf geachtet, dass sich die echten Bewohner nicht
durch uns belästigt fühlten und sind auch bald wieder verschwunden.

Als wir dann bei unserem Übernachtungsplatz auf der 1100m hoch
gelegenen Almhütte ankamen, ging es zuerst mal
in die urige Hütte wo es saugute Schwarzwälder Gerichte gab.
Nach ein paar Kartenspielrunden (die Jungs können endlich Binokel) hauten wir uns auch bald aufs Öhrchen.
Das Wetter war für das Wandern genau richtig. Also die Wanderschuhe raus und es ging auf den
"Toden Mann" hinauf. Von da aus sieht man den Feldberg und wir dachten das ist kein Problem mehr.
Wir sind ja schon fast oben und wanderten weiter zum Feldberg.
Erst ging es mal wieder runter und dann wieder hoch. Das war der Hammer, nach gut weiteren
4 Stunden kamen wir mit platten Füßen und letzten Kräften wieder am Womo an.
Wir wollten nur noch (ein Weizenbier haben) aus den Schuhen raus. Wir waren alle total am Ende.
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Wanderpause | | Auf dem Feldberg
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Nach dieser "Alp-Extremwanderung" hatten wir erst mal genug von den Bergen und der Wanderei und fuhren am nächsten Morgen
Richtung Süden. Das Wetter schlug um, es wurde kalt und es regnete.
Regen, Regen, Regen bei dem Wetter schafften wir es nicht bis "Frankreisch" und kamen nur bis zum Lago Maggiore in Italien.
Leider regnete es auch noch am nächsten Tag so stark, dass wir nur nach Andora in der Nähe von Genua kamen.
Aber hier ein Plätzchen für die Nacht zu finden war fast unmöglich. Alles verbaut, nirgends was gefunden.
Dann wollten wir auf einen Campingplatz, die zwei die wir gefunden hatten, waren die Zufahrten so klein,
dass wir nicht rein kamen.
Vor lauter Frust wären wir auch in ein Parkhaus gefahren (kleiner Spaß), plötzlich fanden wir mitten in der Stadt einen Parkplatz wo bereits andere Womos standen. Nach dieser Sucherei hatten wir keine Lust mehr zu kochen und gingen zum Pizzaessen. Da hat sich wieder bestätigt; die besten Pizzen gibt es immer noch in Deutschland. Geschmacklich einfach eine Katastrophe und das Geld nicht wert!
Am nächsten Morgen ging es vollends nach Frankreich. Wir freuten uns, dass das Wetter besser wurde.
Aber die Straße (N98) von der Autobahn nach St. Tropez war der Hammer. Für die letzten 15km brauchten wir fast 2 Stunden.
Stop-and-go mit vollem Programm. Da unser Reiseziel, der Stellplatz bei Ramatuelle (Bonne Terrasse)
nur über diese Straße erreichbar war, gab es kein Entkommen. Dort wollten wir zuerst für ein paar Tage bleiben.
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Stellplatz bei Ramatuelle
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Der Stellplatz (7,10€) mit V+E hat uns sehr gut gefallen.
Dieser liegt zwischen 4m hohem Schilf, beim
Cap Camerat mit Leuchtturm.
Der Strand ist 100m entfernt.
Es hatte auch EINE Dusche, die wir aber lieber nicht benutzt haben....
Dass wir mitten in einem Weingebiet waren merkten wir erst später (welch Glück, Papa war glücklich!).
Die Rebstöcke waren sehr niedrig geschnitten und voll mit süßen Trauben. Wir fuhren mit dem Rad das Gebiet ab.
Überall hatte es Berge die gar nicht so hoch aussahen, aber mit dem Rad war es doch heftig bei den Temperaturen.
Um das Cap geht ein Küstenwanderweg, der aber nur mit Wanderschuhe zu empfehlen ist.
Den sind wir gewandert (schon wieder) und gingen zum Leuchtturm, der militärisch genutzt wird, und daher nicht zur Besichtigung freigegeben ist. Schade, wir wären gerne auf den Turm gestiegen.

Das Cap Camerat, Ruhesitz von
Altmonarchen, und anderen stinkreichen Leuten.
n den Wäldern sind gut versteckte Anwesen, mit Villen wie im Kino.
Den ganzen Tag flogen Hubschrauber und landeten irgendwo bei den Villen.
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Villa am Cap Camerat
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Das Wetter und Meer waren klasse.
Abends spielten wir meistens Karten und redeten viel.
Uns viel auf, dass Abends fast alle Urlauber im Womo saßen.
Stechmücken hatte es keine...hmmm?
Warum das so war, haben wir leider nicht heraus bekommen.
An manchen Tagen lagen vor unserem Strand 3-stöckige riesige Privatjachten, wo bestimmt irgendwelche Filmschauspieler
ihr "langweiliges" Leben genossen.
In das 7km entfernte Ramatuelle wollten wir natürlich auch. Deshalb schwangen wir uns auf die Räder und fuhren los. Schön war die Tour nicht. Viel Verkehr, keine Radwege, bergig, heiß, Abgasgestank und rücksichtslose Autofahrer
(besonders die Deutschen). Papa begann schon zu fluchen.
Aber das klasse Städtchen Ramatuelle entschädigte uns dafür, dass haben wir auch nicht anders erwartet!
Nach der Höllenfahrt. Das nächste mal ist unser Moped dabei!
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Ramatuelle | | Ramatuelle |
Wir saßen ganz gemütlich beim Womo und wer sagte uns plötzlich hallo? Unser Fast-Nachbar von Zuhause, er war auch mit dem
Womo auf dem Platz. Welch ein Zufall!
Ebbe, Edith und Julia - wir grüßen euch! Natürlich saßen wir auch abends mal zusammen und tranken ein paar gute Tröpfchen ,
wir hatten viel Spaß und lachten uns einen ab. Da alle anderen sowieso im Womo saßen störten wir bestimmt niemanden!!!
Nach 6 Tagen wurden unsere Bordbatterien langsam aber sicher leer und Papa wollte weiter. Tja, irgendwann kommt bestimmt eine Solaranlage
auf das Dach. In Ramatuelle war Wochenmarkt, den wollten wir unbedingt noch besuchen, bevor es weiter ging.
Aber diesmal fuhren wir mit dem Womo. Nochmals durch diese Hölle wollten wir nicht mehr!
Die französischen Märkte machten viel mehr Spaß als die Italienischen oder Kroatischen. Die Auswahl der angebotenen Waren war viel
reichhaltiger, und die Marktleute sehr hilfsbereit und freundlich. Allgemein war die Qualität der Lebensmittel auch in den Supermärkten
auf einem sehr hohen Niveau. (Teilweise die Preise ebenfalls) Es heißt wohl nicht umsonst "Essen wie in Gott in Frankreich".

Nach dem Markt wollten wir weiterfahren. Aber unser Fast-Nachbar der auch auf dem Markt war und uns dort traf, wollte wieder mit seinem Womo
zurück auf den Stellplatz fahren. Jedoch sprang seine Kiste nicht mehr an.
Wir stellten fest, dass seine Batterie im Jenseits war.
Aber trotz Überbrückungskabel konnten wir nicht starten, da der Kabelquerschnitt zu dünn war. Sein Handy war auch im Eimer.
Gewürze auf dem Markt
Natürlich blieben wir bei ihm bis wir seinen Automobilclub erreichten und die uns nach einigen Telefonaten mit unserem Handy gefunden hatten.
Nach 2 Stunden kamen die Jungs und brachten die Kiste wieder zum laufen.
Jeden Tag eine gute Tat heißt es, aber Spaß bei Seite. Bei so einer Situation wären wir auch froh gewesen wenn uns jemand geholfen hätte.
Da es noch von der Zeit her ausreichend war, fuhren wir Richtung Hyères. Kauftenim Landesinneren zuerst mal richtig wieder ein, die Supermärkte an der Küste sind doch recht teuer.
Leider können wir unserem Navi nicht erklären, dass unser Auto ein bisschen größer ist, als ein normales Auto. So sucht sich das blöde Ding Straßen raus, die immer super eng, steil und kurvig sind. Die Straßen über die Berge sind der absolute Hammer.
Jeder Mopedfahrer hätte seine Freude, aber doch nicht mit dem Womo!
Für eine Zwischenübernachtung in Cavalière suchten wir uns ein freies Plätzchen, aber Papas Bauch fand nichts geeignetes.
Deshalb ging es auf den Stellplatz mit V+E, direkt am Meer. 15EUR gekostete dieser, die Spinnen doch!
Aber nach dem Tag waren wir froh, dass wir endlich ins Meer zum Baden konnten.
Am nächsten Morgen steuerten wie die Landzunge bei Hyères an und kamen nach 20km dort an. Wir fanden bald ein super Plätzchen direkt am sehr ruhigen Strand und standen dort frei, wo schon 2 Womos standen.

Nach einer ruhigen Nacht wollten wir dort noch einen Badetag einlegen. Am Abend kam ein Typ und beobachtete uns von seinem Auto aus. Fuhr wieder weg und kam wieder und guckte uns wieder ganz bescheuert an. Als Papa ihn anreden wollte fuhr er wieder weg.
Da wir keine Lust hatten Wachhund in der Nacht zu spielen, und Papas Bauch sich auch nicht mehr wohl fühlte, fuhren wir am Abend noch auf einen CP und gingen wunderbar zum essen. Das Essen in Frankreich ist einfach klasse, es wäre bestimmt noch besser wenn man die
Speisekarte auch lesen könnte, aber das ist ein anderes Thema.
Am Tag darauf fuhren wie die schöne Landzunge ab und suchten ein Platz für die Nacht. Leider hatte es sehr viele Höhenbeschränkungen an den geeigneten Plätzen und dass in Frankreich! Weiter südlicher wollten wir auch nicht mehr und fuhren auf dem direkten Weg wieder
nach Ramatuelle und blieben dort nochmals für 2 Übernachtungen.
Langsam wurde es Zeit, dass wir wieder los ziehen. Wir fuhren 100km Nördlicher, da wir die Verdonschlucht ansehen wollten.
Unser Navi führte uns wiedermal über super Motorradstraßen quer über die Seealpen.
Diese waren so eng, uns hat es nur gewundert, dass uns kein einziges Auto bei einer zweistündigen Fahrt entgegen gekommen ist.
Das war auch gut so. Unser Womo füllte die ganze Straßenbreite aus.
Dass es dort so schön ist, dachte von uns keiner. Faszinierende Berge, kleine Dörfer, freundlich winkende Dorfbewohner,
auf den Straßen kamen uns Enten und Schafe entgegen.
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Fahrt über die Seealpen |
Wir kamen an einem Dorf (Namen leider vergessen) vorbei, wo ein mittelalterlicher Markt war.
Klar, dass müssen wir uns ansehen, falls wir dann keine Lust für die Weiterfahrt hätten würden wir einfach hier irgendwo
übernachten, in dieser Pampa wäre das bestimmt kein Problem.
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Gaukler | | Ritter |
Wir waren bereits auf solchen Märkten. Aber das war klasse, was dort geboten wurde. Straßen-und Kirchenkonzerte,
Bogentuniere, Langschwertkämpfe. Selbst Eintritt wurde nicht kassiert.

An diesem Ort kamen die Normannen und Wikinger bei
ihren Kriegszügen nach Italien vorbei.
Zumindest nahmen wir das mal so an, als wir die französischen
Hinweistafeln mit Zeichnungen lasen.

Es war noch recht früh am Tag, als wir mit dem Markt durch waren und wollten weiterfahren.
Nach recht abenteuerlichen Straßenschluchten kamen wir in Castellane "Das Tor zum Verdon" an.

Dort blieben wir auf dem SP mit V+E der direkt unter einem
Berg, auf der hoch oben die Kapelle Notre-Dame-du-Roc liegt.
Abends ist das Wahrzeichen der Stadt toll mit riesigen
Strahlern beleuchtet.
Das wir seit 3 Tagen in der Provence waren, wurde uns erst jetzt klar,
naja als Frankreichneulinge und unvorbereitet wie wir los fuhren kann
das schon mal passieren.
Am Abend kauften wir uns noch ein Infobuch über die Verdonschlucht. Als wir die Bilder von der Schlucht sahen, freuten wir uns
riesig auf den nächsten Tag. Da wollten wir die Schlucht besuchen.
Das war das Hammererlebnis. Die Verdonschlucht ist der zweitgrößte Canyon der Welt,
nur der Canyon des Colorado in den USA ist noch Größer!
Teilweise wurde es uns ganz schön mulmig, als wir die sehr enge Schluchtenstraße mit Gegenverkehr entlang
fuhren. Hinter den Holzleitblanken waren bis zu 700m senkrecht abfallende Wände.
Laufend kamen aber Parkbuchten mit Aussichtspunkten.
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Verdonschlucht | | Brücke über die Schlucht
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Verdonschlucht | | Verdonschlucht |

Nach ca. dreistündiger fantastischer Schluchtenfahrt, kamen wir an den
Stausee "Lac Sainte Croix" der das Verdonwasser für ein
Wasserkraftwerk sammelt.
Einer der vielen Aussichtspunkte an der Schlucht
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Stausee "Lac Sainte Croix" | | Stellplatz am See
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Beim Städtchen Les Salles Sur-Verdon ist ein SP mit V+E vorhanden. Wir blieben dort für ein paar Tage. Badeten im See, fuhren mit dem
Kanu in die Verdonschlucht und genossen das französische Flair.
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Les Salles Sur-Verdon | | Pastis, eine Spirituose aus Anis |
Es wurde Zeit, dass es nach Hause ging. Über das Loiretal, Grenoble und Schwarzwald, jeweils mit Zwischenübernachtungen, waren
wir dann auch bald gesund und sehr erholt wieder zuhause.
"Frankreisch" ist ein klasse Womoland. Überall hat es Stellplätze, viele sind auch kostenfrei.
Das Ver- und Entsorgen der Tanks war noch nie so einfach wie dort. Papa hat sich fast schon in das Land verliebt.
Auch wenn man die Sprache nicht kann, kommt man gut über die Runden. Die Franzosen sind sehr freundlich,
hilfsbereit und sprechen auch teilweise englisch.
Alle unsere Vorurteile die wir hatten wurden widerlegt. Wenn man bedenkt was es dort noch alles zu sehen gibt:
Ardechetal, Normandie, Bretagne, Atlantikküste, Camarque....
Vermutlich sind die nächsten Urlaubsziele bereits geklärt!